Archiv für den Monat: Mai 2013

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Türkei (neues Rad)

30 Mai 2013 tr

Es hat geklappt, noch am Abend des 30. Mai,  um 18 Uhr, konnte ich mit meinem neuen Rad wieder fahren.
Früh morgens lieferte ich das alte Rad ab. Meine wertigeren Teile wie Laufräder, Lenker, Schaltung und Bremssystem verwendete ich weiter. Auch meine robusten Gepäckträger bauten wir an das neue Rad. Meine Federgabel paßte leider nicht. Ich muß mich nun daran gewöhnen, komplett ungefedert zu fahren.
Am Vormittag lieh ich mir noch ein Fahrrad aus, um noch zur Botschaft zu fahren. Diesmal bekamen wir auch das Visa. für Kasachstan in den Reisepass.
Noch am Abend verliessenwir Ankara, Richtung Kappadokienund fuhren auf einer gut ausgebauten Straße in die Nacht hinein.
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Türkei (Ankara)

29 Mai 2013 tr
Vom Izniksee aus, setzen wir unseren Weg Richtung Osten nach Ankara fort. Etliche Kilometer ziehen sich die unzähligen Olivenbäume bis in die höheren Regionen. Zwischendurch stoppten uns zahlreiche Maulbeerbäume an den Wegrändern. Die  Früchte momentan reif und süß,schmecken vom Baum am besten. Ich bevorzuge lieber die Blauen als die Weißen.
Um nicht unhöflich zu wirken, mußten wir zahlreiche ungeplante Pausen einlegen. Sei es an Obstständen von Straßenverkäufern, bei Bauern, die an den unzähligen Kirschbäumen Kirschen ernteten, an Tankstellen, in den Dörfern bei Teestuben.
Viele winkten uns schon vom weitem  und luden uns herzlich ein, etwas zu kosten und zu trinken. Zwar immer wieder die gleichen Fragen, aber immer tolle, nette, Begegnungen.
Je weiter wir nach Zentralanatolien vorrücken und die Marmararegion verlassen, wird in der höheren Region, die Landschaft immer trockener und bizarrer. Die Wasserstellen an den Wegrändern werden seltener.
An der Strecke von Iznik bis Nallihan, ist fast kein Verkehrsaufkommen und es ist für mich eine absolut sehenswerte Landschaft. Von Nallihan aus, führt eine gut ausgebaute Straße wieder durch eine sehenswerte Landschaft über zwei Pässe nach Ankara.
Leider mußten wir die etwa zweihundert Kilometer mit dem Bus zurücklegen.
Vor Nallihan ist mir der Rahmen vom Fahrrad gebrochen.
Bergab, bei etwas erhöhter Geschwindigkeit, übersah ich ein Schlagloch mitten auf der Straße. Als es mich wieder in den Sattel drückte, brach der Rahmen. Ich bremste langsam ab, bemerkte aber, dass ich etwas tiefer sitze. Als ich zum Stehen kam sah ich den Riß und das gebogene Rahmenrohr.
Mein Pech, ich konnte zwar das Rad mit dem Gepäck noch schieben, aber zur nächsten Ortschaft Nallihan sind es noch 30 Kilometer. Nach etlichen Kilometern kam endlich das erste Fahrzeug, ein LKW. Ich winkte ihm zum Anhalten, er stoppte und nahm mich auch prompt mit.
In Nallihan lies er mich an einer Werkstatt aussteigen. Die Werkstatt konnte mir leider nicht weiterhelfen.
Ein Rentner, der vor 16 Jahren in Deutschland bei Blaupunkt gearbeitet hatte, half mir weiter.
Er lieh sich einen Pritschenwagen aus, und wir fuhren von einer Werksatt zur anderen, bis wir einen Meister fanden, der Aluminium schweißen konnte.
Der schweißte meinen Rahmen und richtete das verbogene Rohr wieder aus. Anschließend lies er noch einen Cay bringen und ich bezahlte die Rechnung von 30 TL.
Auf die Frage an den Rentner, was ich Ihm schuldig bin, seine Antwort: „Er ist da, um anderen zu helfen“
Ich konnte also wieder weiterfahren. Die Schweißnaht hält zwar mit Sicherheit, doch das etwas verbogene Rohr, dass auch geschweißt wurde,  hält vermutlich die schwere Last, der vielen, noch zu fahrenden Kilometern nicht stand.
Es war bereits spät, und wir beschlossen in Nallihan zu Zelten, und nächsten Tag mit dem Bus nach Ankara zu fahren.
Dort hatten wir einen geeigneten Fahrradhändler ausfindig gemacht, um ein neues Rad zu kaufen.
In Ankara angekommen, machten wir uns auf den Weg, zu einem Hostel, dass uns Peter, der zwei Tage voraus gefahren ist, uns empfahl. Leider war seine Wegbeschreibung sehr ungenau, das Hostel befinde  sich südöstlich vom Hauptbahnhof. Nach mehrmaligen Fragen, fanden wir es doch.
Heute fuhren wir dann mit den Rädern zur 12 Kilometer entfernten kasachischen Botschaft, die 320m höher, bei 1250m liegt.
Leider war die Öffnungszeit vorbei. Anschließend habe ich mir bei dem Fahrradhändler ein neues Rad mit stabilem Rahmen ausgesucht. Dieses werden wir morgen umbauen und meine wertigeren Teile anbauen.
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Türkei (Izniksee)

23 Mai 2013 tr
Am 23. Mai, nach 25 Tagen in Istanbul, sitzen wir nun wieder auf unseren Rädern. Endlich, ist das lang erwartete zweite Paket angekommen. Für mich, eine größere Ortlieb-Packtasche, eine Teekanne und ein 10 Liter Wasserbeutel, für Sebastian Bücher (Reiseführer).
Wir konnten es kaum noch erwarten, weiter zu kommen und wollten noch am gleichen Tag mit der Fähre von Istanbul nach Yalova übersetzen.
Die letzte Fähre, fuhr um 19 Uhr 30, und wir schafften es, bereits 1 ½ Stunden vorher, am Terminal zu sein.
Leider vergeblich, die Fahrt war ausgebucht!
Keiner von uns wollte noch einmal in das Hotel zurück und vier Stockwerke, alle Taschen hochtragen. Mit einer anderen Fähre, setzten wir noch am gleichen Tag, zum asiatischen Teil über.
Bereits dunkel, fuhren wir die gut ausgebaute Straße, den Radweg, entlang der Küste nach Kartal. Von dort ging am nächsten Tag, bereits um 7 Uhr, eine Fähre nach Yalova.

 

Bei einem sonnig, heißen Tag, setzen wir nun unsere Reise im asiatischen Kontinent fort. Ein lebhafter Rückenwind, machte die hohe Temperatur von mittlerweile 28° im Schatten, doch erträglich. Nachmittags trafen wir in Iznik, am Iznik-See ein.
Dort, wurden wir von einer netten Lehrerfamilie, die in den Ferien, selber große Radtouren unternehmen, angesprochen und zum Übernachten eingeladen.
Am nächsten Tag, gut ausgeruht, verließen wir nach einem  hervorragendem Frühstück unser Quartier.
Die vielen Olivenbäume, rund um den See, mit Weinreben und einzelnen Obstbäumen dazwischen, zeichnen die fruchtbare Region.

 

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Türkei (Istanbul)

17 Mai 2013 tr
Seit 28.04.13, sind wir nun in Istanbul. Am 5.5.13, wechselten wir in ein anderes Hotel. Für mich am meisten an Istanbul beeindruckend, sind die zahlreichen Geschäfte, Straßenhändler und Basare. Jeder, so scheint es, versucht hier irgend etwas an den Mann zu bringen. Kleine Kinder versuchen mit dem Verkauf von Tempotaschentüchern, sich die eine oder andere „Türkische Lira„ zu verdienen.
Zahlreiche kleine Lebensmittelhändler sind über der ganzen Stadt verteilt. Unzählige, fahrende Händler, sind in den Gassen und Straßen anzutreffen. Verkauft wird von Simis (Bretzen), Obst, Melonen, Nüsse, Getränke, Süßigkeiten, Orangen oder Granatapfelsaft (5 TL), Wasser, so gut wie alles.
Jeder ist spezialisiert auf ein Produkt. Bekleidungsgeschäfte von klein bis groß, sind über der ganzen Stadt sehr zahlreich verteilt. Sucht man allerdings ein bestimmtes Produkt, zum Beispiel: Elektrogeräte, Fotoapparate, Fahrradgeschäfte oder einen Schneider, sucht man meistens vergeblich. Die zahlreichen Geschäfte einer Branche sind in der Regel nur in einem bestimmten Bezirk zu finden. Dann allerdings, Geschäft an Geschäft mit einer riesen Auswahl.

Der Verkehr in den Gassen ist besonders interessant. Radfahrer werden den Fußgängern zugeordnet und Fußgänger haben aus Sicht des Autofahrers, so scheint es, auf der Straße nichts zu suchen, und werden fortwährend angehupt. Zebrastreifen sind hier zwar zahlreich vorhanden, doch es ist ratsam, diese nur bei einer genügend großen Verkehrslücke zu nutzen.
Interessant sind die engen Gassen und Kreuzungen. Obwohl bereits sich alles staut, wird munter drauflos gefahren.
Dann fangen die Hinteren an, zu hupen, obwohl zu sehen ist, dass die Vorderen nicht fahren können. Dieses Gehupe setzt sich dann kontinuierlich bis zur Kreuzung fort. Erst mal achselzuckend sitzen sich die Fahrer gegenüber, bis dann alle irgendwie solange rangieren, bis man einander vorbeikommt. Jeder Fußgänger auf der Fahrbahn, wen nötig auch am Bürgersteig, wird angehupt und es ist ratsam, zu reagieren.
Doch irgendwie hat sich diese Fahrweise hier bewährt. Unfälle habe ich keine gesehen. Ich habe den Eindruck bekommen, das wichtigste Teil an einem Auto, für den Türken, ist die Hupe.

Unübersehbar und auch unüberhörbar, sind die zahlreichen Moscheen. An jedem Minarett sind zahlreiche Lautsprecher angebracht. Zu den Gebetszeiten, wenn der Muezzin ruft, dröhnt es von allen Richtungen.
Betreten darf man die Moscheen nur ohne Schuhe und mit entsprechender Bekleidung. In großen Moscheen wird bei Touristen für Frauen ein Kopftuch und für beinlose Bekleidung ein Rock zur Verfügung gestellt.

Alles in allem ist Istanbul eine sehenswerte Stadt, mit zahlreichen bekannten und unbekannten Sehenswürdigkeiten. Viele Hotels in allen Preisklassen laden dazu ein.

Unser Aufenthalt in Istanbul ist nun wesentlich länger als geplant. Wir warten immer noch auf ein Paket. Das erste „Premium“ Paket, kam nun nach 16 Tagen Laufzeit endlich bei uns an.
Was daran „Premium“ sein soll, ist mir schleierhaft.

Die Wartezeit nutzten wir inzwischen, um die Visa Anträge vorzubereiten und auf den Weg zu bringen.
Das Visa für Tajikistan, haben wir heute erhalten.

Wir überlegen nun, ob wir nicht weiterfahren, und bei eintreffen des zweiten Paketes, mit den Bus zurückzufahren und es abholen.