Archiv für den Monat: September 2013

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China (Xening)

20-09-2013   Durch die Taklamatanwüste mit dem Bus

Von Kashgar aus ging es wie geplant, pünktlich um 12 Uhr, mit einem Schlafbus, Richtung Zentralchina nach Xining.

Die Busfahrt war schon ein besonderes Erlebnis. Man hatte kaum Platz in den 35 Betten Bus. Die Betten waren dreireihig, und übereinander, entlang des Busses angeordnet. Zum Glück konnten wir hinten noch drei, nicht besetzte Betten, für unser Handgepäck nutzen. Die Räder und das Gepäck wurde unten im Bus verstaut.

Nun hieß es 48 Stunden irgendwie auf dem Liegebett zu verbringen. Die Busfahrer fuhren None-Stopp. Nur wenige kurze Pausen zum Austreten wurden gemacht.

Schon sehr ungewohnt wurden Essenspausen, jeweils nach Mitternacht, an einem Lokal in einem kleinen Dorf eingelegt. Weder WC noch ausreichende Beleuchtung war vorhanden.

Zur Notdurft suchte man sich einen Platz hinter dem Lokal zwischen den Müllhalden. Zum Glück hatte ich meine Stirnlampe zur Hand.

Man konnte sich dann doch einigermaßen gutes Essen kaufen. Doch als alle durch die Küche rannten, um zu den Esstischen zu kommen, kamen bei uns doch hygienische Bedenken auf. Ich erinnerte mich dann wieder an die Probleme in Tajikistan. Der Unterschied zwischen Stadt und dem Land ist hier doch sehr krass. Für die Einheimischen ist das wohl nichts besonderes. Hamida, Sebastian und ich, wurden nicht nur von den Kindern beobachtet, wie wir uns schön langsam, den Gepflogenheiten hier annäherten.

Sie hatten auch ihren Spass, wie wir mit unseren Stäbchen beim essen kämpften.

Nach genau zwei Tagen, um 12 Uhr Mittag, lies uns der Busfahrer an der Autobahnausfahrt Xining aussteigen. Anschließend radelten wir noch 12 km durch die Stadt zu unseren Lete Youth Hostel. Ein doch sehr schönes Hostel, zwar im 15 Stock, dank Aufzug war es kein Problem, unser Gepäck mit Räder, zu unseren Zimmern zu bringen.

Xening selber ist eine Großstadt, mit vielen Geschäften und Hochhäuser. Wären nicht überall die chinesischen Schriftzeichen, könnte man meinen, man befindet sich in einer deutschen Großstadt.

Das Angebot ist vielfältig und meine Ausrüstung konnte ich in den gut bestückten, zahlreichen Outdoor- und Fahrradgeschäfte, wieder ergänzen.

Auch übten wir fleißig mit den Stäbchen um die vielen köstlichen vegetarischen Gericht zu genießen. Dank einer Schweizer Studentin die versuchte, uns die chinesischen Schriftzeichen beizubringen und uns gute Tipps gab, sind wir nun für die Weiterfahrt gerüstet.

Sebastian aus München und ich fahren nun Heute mit dem Rad weiter in Richtung Süden.

 

 

 

 

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China (Kashgar)

14-09-2013

zurück aus Osh und wieder fitt, ging es gleich am folgendem Tag, die restlichen 100 km zur chinesischen Grenze. Eine kleiner Pass musste noch überwunden werden und dann begann eine lange Abfahrt durch eine herrliche Berglandschaft. . An der Grenze angekommen, verweigerten sie mir dann aber, wie allen anderen Radfahrer und Fußgänger auch, die Weiterfahrt.

Begründet mit den schlechten Straßen und den Baustellen. In Wirklichkeit ist die neue Straße fast durchgehend fertig und befahrbar.. Kurz vor Schließung der Grenze, konnte ich gerade noch passieren, musste aber bis zum nächsten Tag den Pass hinterlegen. Von einem Grenzbeamten wurde ich dann ohne weitere Kontrollen, mit dem Rad über die Grenze zur chinesischen Seite, zu einem Hotel geführt.

Dort waren bereits Hamida und Sebastian, ein Tandem fahrendes Paar aus München, die auch hier übernachten mussten.

Nächsten Tag fuhren wir gemeinsam, wie angeordnet mit dem Taxi, zur der etwa 120 km entfernten Kontrollstation im Landesinneren. Die Einreise nach China war bis auf die örtlichen Umständen und Öffnungszeiten, problemlos. Die einzige Gepäckkontrolle lief einfach und unkompliziert durch ein Scannerband ab.

Nun, bereits späht am Nachmittag, entschlossen wir uns, noch etwas von der Grenzstation ein paar Kilometer zur nächsten Stadt zu fahren und dort ein günstiges Taxi zu ordern und noch nach Kashgar weiterzufahren.

Es hatte alles super geklappt und bereits am Abend waren wir kostengünstig durch die zwei Taxis bereits In Kashgar (Provinz Xinjiang) angekommen. Direkt an der Altstadt quartierten wir uns im old town youst Hostel ein.

In China fällt einem sofort die bessere Infrastruktur auf. Die Läden sind zahlreich und das Angebot vielfältig. Obwohl doch noch überwiegend viele rauchende, Schaschlik-bratende, Verkaufsstände in den Gasse sind, findet man nach etwas suchen doch wunderbare Restaurants. Hier werden dann die köstlichen und vielfältigen vegetarischen Gerichte angeboten. Hamida, Sebastian und ich, nutzten hier reichlich diese Angebote.

Kashgar war eine bedeutende Stadt an der Seidenstraße. Die Altstadt und ein kleiner Teil der Stadtmauer ist zwar nur in Resten erhalten, doch man kann erahnen, was einmal hier los war. In der Altstadt wird noch immer, bis in die Nacht hinein, an zahlreichen Ständen mit vielfältigen Angeboten, Handel getrieben. Auch auffallend sind die von allen Seiten kommenden unzähligen Elektroroller .

Hier in China ist es für mich nun endgültig vorbei, noch irgendetwas lesen zu können. Ach die Zahlen sind meist nicht zu lesen und mit den Fingern, wird hier mit einer Hand, bis Zehn gezählt.

Nur gut, das die Zahlen an den Taschenrechnern noch zu lesen sind.

Da momentan in China das Visa nur noch einmal um 30 Tage verlängert wird, fahren wir morgen, mit einem Schlafbus, an der Taklamatan-Wüste vorbei, nach Xining (Zentralchina). Von dort geht es dann wieder mit den Rädern weiter. Ein Busticket konnten wir uns problemlos, bereits einen Tag vorher besorgen.

Endlich gutes Essen in Osh

Kirgistan (Osh)

10-09-2013

 eigentlich wollte ich Kirgistan nur als Transitland nutzten, um nach China zu reisen. Doch durch die Strapazen der letzten Woche über den Pamir, änderte ich meinen Plan. Ich lies mein Rad in Sary-Tash stehen packte das nötigste in meinen Rucksack und fuhr mit einem Sammeltaxi zur nächst größeren, 170 km entfernten Stadt Osh.
Dadurch hatte ich die Gelegenheit, etwas mehr von einem interessanten Land kennen zu lernen. Sofort auffallend ist, das in Kirgistan sehr viele Pferde, auch große Herden, anzutreffen sind. Wie überall in Zentralasien, nutzen auch Tiere die Straßen. Irgendwie doch schön anzuschauen, wie die Autofahrer am linken oder rechten Straßenrand, an den Tieren gekonnt vorbeifahren. Bei uns kaum vorstellbar, das Tiere und Herden, ständige Begleiter auf Bundesstraßen oder Autobahnen sind.

Die Dörfer in dem sehr bergigen Land sind schlicht und einfach. Es gibt keine große Auswahl an Lebensmittel und nur das Nötigste zu kaufen.Um so überraschter war ich in Osh. Die Vielfalt, Menge und Frische, der Lebensmittel ist kaum zu übertreffen. Auch alle sonstigen Artikel sind in dem riesigen, auf den ersten Blick unüberschaubarer Basar, zu finden. Auch an hunderten Containern, die täglich aus und eingeräumt werden, werden Waren angepriesen. Die Menge beeindruckt enorm. An den unendlich vielen Sammeltaxis und Bussen, kann man erahnen, das die Leute aus einem großen Umkreis hier einkaufen. Noch zu erwähnen sind ein schöner Vergnügungspark und gute Restaurants. Auch die Hotels sind am westlichen Standards orientiert.

 Die Infrastruktur hinkt dagegen weit hinterher. Überall auf den Gehsteigen, wenn überhaupt vorhanden, lose Platten, Stolperstellen, ungesicherte Löcher und Gräben mit metertiefen Kanten. An Treppen gleicht keine Stufe der Anderen.

 Doch die Leute kommen irgendwie gut mit den Gegebenheiten zurecht. Auch ich habe mich mittlerweile daran gewöhnt. Positiv überrascht hat mich, das hier die Autofahrer die Ampelanlagen und auch die Zebrastreifen exakt beachten.

 Nun wieder gut erholt bin ich neugierig auf China.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Tajikistan (Pamir)

08-09-2013

Tajikistan (über Murghab, nach Kirgistan )

Von Khorog aus ging es nun stetig bergauf, den Pamir Highway entlang.

Vor dem ersten großen Pass, über 4250 m, ließen wir uns es nicht entgehen, in einem Hotel in Jelondi zu übernachten. Die Hotelanlage war sehr heruntergekommen. Doch das Bad, das von den Heißen Quellen im Dorf gespeist wird, wollten wir doch nutzen. Wenige Kilometer nach Jelondi war es vorbei mit der relativ guten Asphaltstraße. Die letzten 10 km bis zum Pass hatten wir eine grobe Schotterstraße.

Seit acht Tagen mit Durchfall geplagt, und mit merkbar dünner Luft, kämpfte ich mich schiebend, auf der Schotterstraße, den Pass hinauf.

Nun ging es über mehrere Tage auf einer um die 4000 m gelegenen Hochebene, auf einer asphaltierten Straße, weiter. Einzelne Chinesische LKW, die über den Pass nach Dushanbe fahren, stören kaum und fahren sehr rücksichtsvoll.

Die Gebirgslandschaft mit den kahlen Bergen, die weiten Hochebenen und zahlreichen Seitentälern sind schon sehr beeindruckend. Hier, in der Hochebene, fehlen nun die zahlreichen kleinen Dörfer mit Bäumen und Sträuchern, die bis auf 3600 m anzutreffen waren.

Dennoch sind auf den Hochebenen immer wieder einzelne Häuser und Jurten (Nomadenzelte) zu finden. Jaks und Ziegen weiden an den spärlichen Weiden entlang einzelner Bäche und ringen der Landschaft das letzte ab. Auf dem High Way liegen nur wenige Dörfer.

In Alichur hatte ich wieder einmal die Gelegenheit, bei einer Familie zu übernachten. Ich fragte einen 17 jährigen Jungen, der von einer Weide kam, ob ein Hotel und sonstiges im Ort zu finden sei. Er sagte ja, aber es sei selbstverständlich, dass ich bei seiner Familie übernachten kann. Ich sei herzlich eingeladen. Die Kinder hier lernen Englisch in der Schule und wir konnten uns einigermaßen Unterhalten. Meine Antwort auf seine Frage, was ich als Tourist an dieser Gegend hier so interessant finde, konnte er doch nicht ganz begreifen. Die tolle Gebirgslandschaft in dieser Höhenlage, die Natur und Stille, die Ruhe und der Zusammenhalt der Menschen hier, sind für ihn nichts besonderes und selbstverständlich. Ich nahm die Einladung an. Es ist immer wieder beeindruckend, wie Gastfreundlich die Menschen hier sind. Sie sind weitgehend Selbstversorger, führen ein einfaches Leben und übermitteln einen ruhigen und zufriedenen Eindruck. Gemeinsam wurde Abend gegessen und ich zeigte ihnen einige Bilder. Selbstverständlich gab es am nächsten Tag auch ein Frühstück. In Murghab, einem größeren Ort, übernachtete ich wieder in einem Hotel. Es gab meistens Strom und die Duschen und Toiletten waren im Haus.

Schon ungewohnt, da in den Hotels der kleineren Orte, meistens außerhalb mit einem Eimer oder sonstiger Vorrichtung geduscht wird. Auch die Toiletten sind meist weit abseits vom Haus zu finden. Strom gibt es, wenn überhaupt, nur für kurze Zeit von einem Stromaggregat.

Ab Murghab ist so gut wie kein Verkehrsaufkommen mehr auf der Straße. Den die Chinesischen LKW fahren von hier über eine andere Straße, direkt zur Grenze.

Kurz nach Murghab traf ich Andrea und Markus aus der Schweiz, mit denen ich schon einmal gemeinsam gefahren bin. Ich schloss mich ihnen an und nun ging es über mehrere Pässe nach Kirgistan. Der Höchste Pass mit 4665m war doch sehr beeindruckend. Machte mir aber doch sehr zu schaffen, da ich mittlerweile die letzten 14 Tage, immer wieder mit Durchfall geplagt war.

Kurz vor Kirgistan, übernachteten wir vor dem letzten Pass, bei über 4000 m Höhe in den Zelten. Nach dem Verzehr einer Fischkonserve, musste ich über Nacht, wieder ein mal, mehrmals bei

–6,5 ° aus dem Zelt.

Am Morgen vernichtete ich sicherheitshalber alle meine Konserven, die ich vorher mühsam die Pässe hoch geschleppt hatte. Sehr geschwächt überquerte ich am folgenden Tag, die am letzten Pass gelegene Grenze nach Kirgistan. Von da ging es zwar über 1000 Höhenmeter bergab, doch der starke Gegenwind und die schlechte Straße, nach Sari Tash, (Kirgistan), machte die Fahrt  erneut sehr beschwerlich.