Gebetsmülen

China (Osttibet)

01-10-2013   In 10 Tagen über 1200 km, durch das Hochland von Osttibet.

Am letzten Abend, in Xining, kam die Idee, dass Sebastian aus München mich mit dem Tandemrad über das Osttibetische Hochland begleiten könnte. Seine Frau Hamida, reist dann mit dem Zug bis nach Chengdu und wartet auf uns. Am nächsten Tag starteten wir dann beide um 13 Uhr. Sebastian legte ein enormes Tempo vor und wir schafften auf ebener Strecke noch über 100 km.  Die riesigen Städte, entlang der Straße, beeindruckten uns enorm. Ganze Stadtviertel entstehen mit unzähligen, noch im Bau befindlichen Hochhäusern. Wir fragten uns, wo kommen die vielen Leute her, die da alle wohnen sollen.

Am nächsten Tag ging es dann in die Berge und die ersten Tempel waren zu sehen.
Ein unvergesslicher Anblick bot sich auf einem 40 km langen und 2400 m hohen Höhenrücken. Soweit das Auge reicht wurden an den Berghängen, bis zu den Tälern, kleine Terrassen angelegt. Von Mais, Kartoffeln, Getreide und Gemüse, wird hier alles angebaut.

Bergauf, bergab, ging es dann durch bezaubernde Landschaften weiter und wir liessen es uns nicht nehmen, einen halben Tag, dass Tibetische Kloster Lambrang zu besuchen. Wir nutzten die Gelegenheit, an einer Führung teilzunehmen.
Der weitere Weg führte durch Tibetische Dörfer. Die sonst sehr guten Straßen wurden zunehmend schlechter. Wir entschlossen uns daher, auf dem über 3400 m hohen, Tibetischem Hochland, wieder auf der Hauptstraße zu fahren. Diese Hochebene faszinierd enorm. Man braucht mit dem Rad einen ganzen Tag, die Hochebene zu durchfahren. Entlang der Straße sind immer wieder kleine Weiler mit Zelten der Nomaden anzutreffen. Viele große Jack-Herden weiden auf den unendlich scheinenden Grasflächen.
Bis auf 2 Stunden Fahrt mit Regenbekleidung, fuhren wir die meiste Zeit kurzärmlig und mit kurzer Hose. Allerdings in den sternklaren Nächten, bei über -10° zwischen 3000 und 3500 Meter, holte ich meine komplette Winterausrüstung aus den Taschen. Trotz kräftiger, wärmender Sonne am Morgen, hatten wir erhebliche Schwierigkeiten, die tiefgefrorenen Wasservorräten aufzutauen.
Nach der Hochebene, ging es mehrere Tage an einem Flußtal entlang, bei kräftigem Gegenwind, bergab. Ein sehr enges Tal, mit hohen, steilen, meist bewaldeten Berghängen boten eine einmalige Kulisse.

In diesem Gebiet hatte allerdings ein großes Erdbeben verherende Schäden angerichtet. Auch im April hatte es erneut gebebt. Viele Brücken wurden durch Erdrutsche zerstört und Dörfer durch den dadurch angestauten Fluß überflutet, die jetzt abgerissen werden.
Die Verkehrszeichen sind unseren sehr ähnlich und man hat kein Problem diese richtig zu deuten. Allerdings wird in China ein eigener Führerschein verlangt.

Meiner Einschätzung nach, lernt man hier, wie man sich wenn nötig, mit minutenlangem Hupen im Verkehr durchsetzt. Zebrastreifen, Ampeln, Überholverbote usw, werden nur als grobe Anweisungen betrachtet.
100 km vor Chengdu am Ende der Berge wurden viele Äpfel und Kiwi geerntet. Die Vegetation ändert sich. Es ist merklich wärmer und feuchter. Die ersten Bananenstauden sind zu sehen. In Chengdu nun angekommen, staunten wir nicht schlecht über die riesige Stadt mit über 12 Milionen Einwohner. Vom Rande bis zum Centrum fuhren wir über 30 km an unendlich vielen Hochhäusern vorbei. Zahlreiche große, moderne Geschäfte entlang der breiten und prunkvollen Straßen stehen unseren Großstädten in nichts nach. Auch die Auswahl an Waren und Lebensmittel ist unüberschaubar.

Nach Chengdu versuche ich mein Visa zu verlängern und weiter Richtung Süden zu fahren.

 

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