Kunming

China (Kunming)

19-10-2013   Kunming

Nun ging es wie geplant, mit dem zusätzlichen Visa, von Lasan aus, Richtung Kunming weiter. Ich hatte Glück, denn mein Visa endete erst nach den Nationalfeiertagen und ich konnte es daher rechtzeitig verlängern. Sebastian, Anja und Peter, die zwei Tage vor mir in China einreisten hatten Pech. Wegen des Chinesischen Nationalfeiertages hatten alle Behörden gleich eine Woche geschlossen. Sie standen  mehrere Tage vor Ablauf der Visa vor verschlossenen Türen und hatten keine Chance, diese rechtzeitig zu verlängern. Sie mussten daraufhin, nach Verhör und Strafe, China innerhalb 10 Tage verlassen.

Mein Weg führte von Lashan aus über die Straße G213 durch eine interessante Landschaft. Sie schlängelte sich durch Täler die Berge hinauf, die steil, spitz und bis zu den Gipfeln grün bewaldet sind. Immer wieder interessant, die kleinen Bauernhöfe und Bergdörfer in denen ich gerne Verpflegung kaufte. Jeder freie, nutzbare Quadratmeter wird landwirtschaftlich genutzt. Es ist hier schwierig zwei Quadratmeter ebene, nicht genutzte Fläche, für das Zelt zu finden.

 Die ersten Tage hatte ich schönes Wetter, allerdings die hohe Luftfeuchtigkeit trübte die Sicht. Mehrere Pässe waren zu bewältigen und die hohen Temperaturen brachten mich ins Schwitzen. Wegen der zunehmend schlechter werdender Straße, änderte ich die Richtung und fuhr wieder auf eine Asphaltstraße. Die kleinen Städte sind wegen der engen Schluchten, oft halb auf Stelzen, in die Flüsse gebaut.

Erdrutsche zwangen mich, ein Stück auf die Autobahn auszuweichen. Das Wetter wurde Tag für Tag schlechter, kälter und es began schließlich zu regnen. Wegen des nassen Zeltes vom Vortag, entschloss ich mich, etwas früher Schluss zu machen um das Zelt zu trocknen. Die Stelle war von der Straße einzusehen und prompt kam die Polizei mit Blaulicht und Sirene angefahren.

Von den  Polizisten, konnte einer etwas Englisch und er forderte mich auf, den Platz zu verlassen und in ein Hotel zu gehen. Und zwar sofort. Sie warteten bis ich alles zusammen gepackt hatte und halfen mir das Gepäck zur Straße zu bringen. Allerdings wollten sie, da es schon spät und noch ein Berg zu bewältigen war, mich zur nächsten Stadt fahren. Sie luden mein Gepäck in das Polizeiauto. Mein Fahrrad hatte allerdings nicht Platz und sie forderten daher ein zweites Auto an.
Ich protestierte und sagte ich kann die Strecke selber fahren. Als wir auf das zweite Auto warteten, da kamen Wej und Joakim zwei Radreisende aus Schweden an und fragten, ob ich ein Problem habe. Ich sagte nein und sie begriffen schnell, dass die Polizei auch sie nicht mehr weiterfahren lassen wollte. Sie sagten, sie schaffen das noch und fuhren sofort wieder weiter. Ich witterte meine Chance und machte dem Chef energisch klar, dass auch ich in der Lage bin, diese Strecke heute noch zu schaffen und  ich jetzt fahren würde, und zwar sofort. Er gab dann notgedrungen sein ok und alle halfen mir, die Taschen am Rad zu befestigen. Sie wünschten mir noch eine gute Fahrt und liesen mich ziehen. Nach einem Kilometer hatte ich die beiden eingeholt, die im Februar aus Schweden gestartet sind und nach Thailand wollen. Die folgenden Tage bis nach Kunming fuhren wir gemeinsam. Das Wetter blieb schlecht und wir nutzen die Gelegenheit die Räder wieder etwas zu warten. Wej und Joakim fahren dann über Laos weiter und ich, sobald das Wetter sich bessert, nach Vietnam. Das Visum habe ich inzwischen in Kunming erhalten.

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