Archiv für den Monat: Januar 2014

Fazit Vietnam

In den zwei einhalb Monaten in Vietnam und den zurück gelegten 3168 km, habe ich doch einige Eindrücke gewonnen. Die nördliche Region hat mir nicht so gut gefallen. Der Himmel war meist bedeckt, so dass das Meer grau statt blau wirkte. Auch die Gegend um Hanoi herum kann man bis auf den Reisanbau nicht als schön betrachten. Was mir gut gefiel, war die alte Kaiserstadt Hue mit schönen Pagoden und Tempelanlagen. Der Süden sticht mit seinen tropischen Temperaturen hervor. Es gab einige, auch durchaus schöne und saubere Strände mit teuren Hotelanlagen. Am besten gefallen hat mir das Kaffeeanbaugebiet bei Da Lat, das Mekong-Delta mit seinen vielen Kanälen und die Insel Phu Quoc, auf der die schönsten Strände sind. Die Leute waren meistens nett, jedoch nicht immer ganz ehrlich. Die Preise werden oft utopisch hoch angesetzt, und das ständige Handeln kann mit unter auch lästig werden. Auch fiel mir auf, dass nur sehr wenige ein so gutes Englisch sprachen, dass man sie verstehen konnte. Aber viele vietnamesische Kinder begrüßten uns sehr herzlich und einige liefen vom Garten an die Straße um uns selbstgepflückte Blumen zu schenken. Allerdings konnte, dass ständige „Hallo-Rufen“ auch nerven. Auch was die Sauberkeit betraf, war es nicht immer die reine Freude. Der Müll wird einfach auf die Straße gekippt oder hinter’s Haus entsorgt. Abfallkörbe sucht man vergebends. Auch die gewaltige Überbevölkerung an Roller- und Mopedfahrer, nervte ständig. In den Großstädten wie Hanoi oder Saigon kommt man fast nicht mehr über die Straße so dicht war der Verkehr. Dementsprechend schlecht war auch die Luft von den Abgasen der zig Millionen Rollerfahrern. Das Verkehrsverhalten ist sehr gewöhnungsbedürftig und schwierig zu beschreiben. Im wesentlichen gilt, der andere hat auszuweichen und das wird ständig mit der Hupe bekräftigt. In etwa vergleichbar mit einem Ameisenvolk, dass sich aber doch auch ohne Hupe, geordneter auf ihren Straßen verhält. Es wird grundsätzlich in die Straßen eingebogen ohne zu schauen. Sonderbarerweise weichen auch die Heranfahrenden immer aus. Auch das Abbiegen in eine Seitenstraße wird grundsätzlich knapp vor einem und nicht hinter einem gemacht. Es bleibt einem nichts anderes übrig, als abzubremsen. Auch wird grundsätzlich da überholt, wo gerade Platz ist und auf die auch noch Entgegenkommenden ist besonders zu achten. Auf der Hauptverkehrsstraße fielen auch noch besonders die Busse und LKW’s negativ auf, deren Fahrer sich wie Rowdys benahmen. Ständig wurde gehupt, manchmal so laut, dass man für einige Zeit nichts hören konnte. Eine tolle Errungenschaft der Vietnamesen, daß ihre Kraftfahrer mit weit überhöhten Geschwindigkeiten, hupend, Tag und Nacht durch die kleinen Städte und Orte rasen. Auf den Märkten wird eine Vielzahl an Gemüse, Obst und allem erdenklichen Getier, dass kriecht, schwimmt, fliegt oder läuft, angeboten. Die vielen Garküchen, luden aber nicht gerade zum Essen ein, da sie, wenn überhaupt, nur ausnamslos vietnamesische Küche anboten. Von den Ministühlen einmal abgesehen, mußte man etwas zeitig zum Essen gehen, denn später lagen unter den Tischen zerknüllte Papierservietten und alles, was von den Tieren noch so übrig blieb. Alles in allem kein schöner Anblick. In den Großstädten sind zwar schicke und teure Hotel’s und Geschäfte zu finden, doch gut sortierte Apotheken und Supermärkte, wie man sie selbst im ärmeren Kambodscha in jedem größeren Ort findet, sucht man hier vergebens. Schade eigentlich, dass ein doch so schönes Land mit den vielen netten Menschen, politisch doch so führungslos auf der Stelle treten. Auch die vielen geschmacklosen Staatsbauten täuschen nicht darüber hinweg, über das totale Versagen, in der Verkehrs-, Bildungs- und Umweltpolitik der Regierenden.

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Phu Quoc (Vietnam)

23.01.2014 Phu Quoc (Vietnam)
Die Insel Phu Quoc, die südlichste Insel Vietnam’s, ist vom Festland per Boot in eier guten Stunde, oder über den internationalen Flughafen, zu erreichen. Eine kleine Insel, die 48 km lang und 28 km breit ist. Auf der Westseite, bei der Long Beach, sind die meisten Hotel- und Bungalowanlagen. Schöne Sandstrände mit fast weißem Sand und türkisfarbenem Meer. Das Wasser ist warm und das Meer lädt jederzeit zum Baden ein. Die Strände sind noch nicht überlaufen. Bis auf die Hauptstraße von Nord nach Süd, sind die meisten Straßen und Wege noch nicht asphaltiert. Im Gegensatz zum Festland, ist hier kaum Verkehr und das Land ist nicht zersiedet. Auf den roten Staubpisten lässt es sich dennoch gut fahren.
Auf der Insel befinden sich Pfeffer- und Perlfarmen. Ein Ort des Schreckens ist das Kokosnuss-Gefängnis, wo viele Inhaftierte misshandelt wurden. Der Norden der Insel ist tief bewaldet und auf der Insel sind fast 600 m hohe, bewaldete Berge. Alles in Allem, eine schöne, sehenswerte Insel zum Ausruhen, Baden und ideal zum Radfahren.

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Mekong Delta (Vietnam)

14-01-14 Mekong Delta (Vietnam)
Nach Saigon, kamen wir bald in das Gebiet des Mekong Deltas. Die mit Da Lat, wohl schönste Gegend Vietnam’s. Das weit verzweigte Fluß- und Kanalsystem beeindruckte uns enorm. Die vielen Brücken, Fähren, Stege und Häuser an den Kanälen sind schön anzusehen. Die Boote können direkt zu den Häusern fahren und be- und entladen werden. Riesige leuchtend, grüne und gepflegte Reisfelder zwischen den Kanälen sind immer wieder schön anzusehen. Unser Weg führte uns durch nette Dörfer entlang der Kanäle, an denen viele tropische Pflanzen wachsen. Die Häuser und Hütten sind durch die Vielfalt der tropischen Pflanzen kaum zu sehen. Der Verkehr hier im Delta hielt sich in Grenzen und wir konnten uns von dem Verkehrsstress in Saigon nun wieder gut erholen.
Nach unzähligen Brücken und vielen Fährübergängen erreichten wir die Küste im Süden Vietnam’s. Das warme Wasser lädt allerdings nicht zum Baden ein.

Die Müllentsorungsunternehmen, falls es überhaupt in Vietnam welche gibt, so scheint es, entsorgen den Müll im Meer.
Bei Ha Tien setzten wir mit einem Schnellboot zur Insel Phu Quoc über.

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Saigon (Ho Chi Minh City)

13.01.2014 Saigon (Ho Chi Minh City)
14 Tage verbrachten wir in Saigon. Eine interessante Stadt und voller Gegensätze. Das Verkehrsaufkommen hier ist enorm. Millionen Roller beherrschen die Straßen und verursachen auch, eine sehr schlechte Luft. Zudem ist es enorm heiß und man traut sich kaum richtig durch zu atmen. Ich brachte hier mein Fahrrad wieder in Ordnung und ließ eine neue Nabe einbauen. Zusätzlich ließ ich mein Visa um 30 Tage verlängern. In einem Radgeschäft lernte ich Hajo, Bernd und später auch Holger kennen. Sie arbeiten und leben hier seit Jahren in Saigon.
Wir feierten zusammen Silvester und lernten noch Bekannte von Hajo, Bernd und Holger kennen. Nochmals besten Dank an alle, die es uns doch ermöglichten, auf sehr kurze Zeit, viel über Saigon und Vietnam zu erfahren.
Hier in Saigon fielen uns besondes die extremen Gegensätze auf. Viele schlafen auf ihren Rollern, oder in ihren Läden. Wiederum sind hier sehr teuere Hotel’s und Wohnungen. Sehr günstig sind Bekleidung, Schuhe und Dienstleistungen (Friseur, Taxi und Reparaturarbeiten).
Problematisch für uns waren die Klimaanlagen in den Lokalen und Geschäften. Sie waren meistens auf volle Leistung eingestellt. Wir schwitzen und froren und hatten uns schnell eine Erkältung geholt. Die schlechte, diesige Luft, warme Temperaturen nachts, und tagsüber weit über 30°, machten uns sehr zu schaffen. Mittlerweile haben wir Saigon verlassen und befinden uns im Mekong Delta.