Fazit Vietnam

In den zwei einhalb Monaten in Vietnam und den zurück gelegten 3168 km, habe ich doch einige Eindrücke gewonnen. Die nördliche Region hat mir nicht so gut gefallen. Der Himmel war meist bedeckt, so dass das Meer grau statt blau wirkte. Auch die Gegend um Hanoi herum kann man bis auf den Reisanbau nicht als schön betrachten. Was mir gut gefiel, war die alte Kaiserstadt Hue mit schönen Pagoden und Tempelanlagen. Der Süden sticht mit seinen tropischen Temperaturen hervor. Es gab einige, auch durchaus schöne und saubere Strände mit teuren Hotelanlagen. Am besten gefallen hat mir das Kaffeeanbaugebiet bei Da Lat, das Mekong-Delta mit seinen vielen Kanälen und die Insel Phu Quoc, auf der die schönsten Strände sind. Die Leute waren meistens nett, jedoch nicht immer ganz ehrlich. Die Preise werden oft utopisch hoch angesetzt, und das ständige Handeln kann mit unter auch lästig werden. Auch fiel mir auf, dass nur sehr wenige ein so gutes Englisch sprachen, dass man sie verstehen konnte. Aber viele vietnamesische Kinder begrüßten uns sehr herzlich und einige liefen vom Garten an die Straße um uns selbstgepflückte Blumen zu schenken. Allerdings konnte, dass ständige „Hallo-Rufen“ auch nerven. Auch was die Sauberkeit betraf, war es nicht immer die reine Freude. Der Müll wird einfach auf die Straße gekippt oder hinter’s Haus entsorgt. Abfallkörbe sucht man vergebends. Auch die gewaltige Überbevölkerung an Roller- und Mopedfahrer, nervte ständig. In den Großstädten wie Hanoi oder Saigon kommt man fast nicht mehr über die Straße so dicht war der Verkehr. Dementsprechend schlecht war auch die Luft von den Abgasen der zig Millionen Rollerfahrern. Das Verkehrsverhalten ist sehr gewöhnungsbedürftig und schwierig zu beschreiben. Im wesentlichen gilt, der andere hat auszuweichen und das wird ständig mit der Hupe bekräftigt. In etwa vergleichbar mit einem Ameisenvolk, dass sich aber doch auch ohne Hupe, geordneter auf ihren Straßen verhält. Es wird grundsätzlich in die Straßen eingebogen ohne zu schauen. Sonderbarerweise weichen auch die Heranfahrenden immer aus. Auch das Abbiegen in eine Seitenstraße wird grundsätzlich knapp vor einem und nicht hinter einem gemacht. Es bleibt einem nichts anderes übrig, als abzubremsen. Auch wird grundsätzlich da überholt, wo gerade Platz ist und auf die auch noch Entgegenkommenden ist besonders zu achten. Auf der Hauptverkehrsstraße fielen auch noch besonders die Busse und LKW’s negativ auf, deren Fahrer sich wie Rowdys benahmen. Ständig wurde gehupt, manchmal so laut, dass man für einige Zeit nichts hören konnte. Eine tolle Errungenschaft der Vietnamesen, daß ihre Kraftfahrer mit weit überhöhten Geschwindigkeiten, hupend, Tag und Nacht durch die kleinen Städte und Orte rasen. Auf den Märkten wird eine Vielzahl an Gemüse, Obst und allem erdenklichen Getier, dass kriecht, schwimmt, fliegt oder läuft, angeboten. Die vielen Garküchen, luden aber nicht gerade zum Essen ein, da sie, wenn überhaupt, nur ausnamslos vietnamesische Küche anboten. Von den Ministühlen einmal abgesehen, mußte man etwas zeitig zum Essen gehen, denn später lagen unter den Tischen zerknüllte Papierservietten und alles, was von den Tieren noch so übrig blieb. Alles in allem kein schöner Anblick. In den Großstädten sind zwar schicke und teure Hotel’s und Geschäfte zu finden, doch gut sortierte Apotheken und Supermärkte, wie man sie selbst im ärmeren Kambodscha in jedem größeren Ort findet, sucht man hier vergebens. Schade eigentlich, dass ein doch so schönes Land mit den vielen netten Menschen, politisch doch so führungslos auf der Stelle treten. Auch die vielen geschmacklosen Staatsbauten täuschen nicht darüber hinweg, über das totale Versagen, in der Verkehrs-, Bildungs- und Umweltpolitik der Regierenden.

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