Archiv für den Monat: Mai 2014

tmp_DSCN857354423183

Singapur (Singapur)

Singapur, das 20. Land auf meiner Reise, habe ich nun am 30.04.2014, erreicht. Mit weit über 20 000 km auf meinem Fahrradkilometerzähler geht nun meine 14-monatige Tour durch Europa und Asien zu Ende.
Monika, die mich das letzte Stück begleitete, hat auch die stolze Strecke von 7 000 km mit ihrem Fahrrad zurückgelegt.
Einen Tag vor der geplanten Einreise nach Singapur, wurde es dann für uns noch einmal so richtig spannend. Wir mußten noch einmal nach Kuala Lumpur zurück.

Unseren Rückflug, aus Singapur, hatten wir bereits in Kuala Lumpur gebucht. Wir fuhren wieder an der Küste entlang über Port Dickson nach Melaka. Melaka, eine alte Hafenstadt, ist als Weltkulturerbe eingetragen. Aus den Kolonialzeiten haben Portugiesen, Holländer und Engländer ihre Spuren hinterlassen.
Dementsprechend gibt es auch Einiges zu sehen und jede Menge, vorwiegend asiatische Touristen, tummeln sich hier herum.
Der Verkehr an der Küstestraße hielt sich in Grenzen und man konnte entlang der vielen Oelpalmen relativ gut fahren.
Immer wieder sind kleine, sehr gepflegte und nette Häuser entlang der Straßen zu bewundern. Die Leute hier im Süden scheinen doch wohlhabender zu sein.

Auch die Städte Muar und Batu Pahat haben uns mit ihren alten Häuserzeilen, so um 1920 erbaut, besser gefallen als Melaka. Vor allem waren diese Städte nicht mit Touristen überlaufen.

Am Nachmittag, einen Tag bevor wir nach Singapur einreisen wollten, wurde Monika ihrer Gürteltasche beraubt. Und das während des Radfahrens. Ihr wurde von einem jugendlichen Malayen, der von hinten mit dem Moped kam, die Handtasche vom Körper gerissen.
Er wendete und weg war er. Er erwischte zwar nur umgerechnet einen Euro Bargeld aber Handy, Fotoapparat, Modeschmuck, Kreditkarte, Reisepass und Kleinigkeiten waren weg.
Nun ging das Telefonieren los. Die Kreditkarte sperren. Die Polizei rufen. Sie erstellte ein Protokoll und half uns auch weiter. Sie fuhren uns auch noch zu einem Hotel. Die deutsche Botschaft anrufen, einen Ersatzreisepass beantragen.
Das Wochenende stand vor der Tür und uns war klar, wir können frühestens Montag etwas erreichen.
Es ging uns Einiges durch denn Kopf. Schaffen wir es, rechtzeitig in Singapur zu sein? Müssen wir den Flug umbuchen? Ausserdem die Zeitverschiebung zu Deutschland. Bestätigt die Heimatstadt rechtzeitig die Passdaten? Und wir müssen wieder zurück nach Kuala Lumpur, zur Botschaft. Und dann muss noch der Einreisenachweis nachgeholt werden und das geht nur in Putrajaya.
Wir waren ganz schön gereizt und fuhren dann nächsten Tag mit unseren Rädern noch bis kurz vor die Grenze nach Singapur.
Beruhigten uns über das Wochenende und bestellten für Dienstag zu einem Festpreis ein Taxi, das uns wieder nach Kuala Lumpur und anschließend über Putrajaya, zurück bringen soll.

Am Dienstag waren wir dann auch pünktlich bei der Botschaft. Hatten nach einer guten halben Stunde den Ersatzreisepass und fuhren dann weiter nach Putrajaya.
Doch über das Emigration Departement, das nur die Einreise im Pass zu bestätigen hatte, könnte man ein eigenes Buch schreiben.
Etwa 100 Beamte auf 4 Etagen verteilt mit etwa 1000 wartenden Leuten. Man kommt zwar schnell an die Reihe, bis man allerdings bei jedem, der etwas zu sagen hat, durch ist und jeder wieder seine eigenen Kopien hat, die man zwischendurch in den verschiedenen Stockwerken besorgen muss, vergehen dann doch Stunden. Nun ja, nach 6 Stunden und kurz vor Dienstschluß hatten wir dann das Permit.

Was ich und mit Sicherheit auch die täglich wartenden Menschen über das Emigration Departement denken, schreibe ich lieber nicht.

Gleich nächsten Tag, früh morgens, verließen wir sofort Malaysia und reisten in Singapur ein.

Singapur ist schon eine Klasse für sich. Große Straßen und manchmal sogar gut ausgebaute Radwege sind vorhanden. Obwohl in den Aussenbereichen auf den Autobahnähnlichen Straßen mehr Müll rum liegt als in Malaysia, ist die Innenstadt dagegen sehr sauber.
Auch die Gehwege, Bushaltestellen, Treppen, eigentlich Alles, ist aus sehr wertigem Material und sauber verarbeitet.
Die riesigen Einkaufspaläste, die Wolkenkratzer, die Restaurants und zwischendrin auch günstige und große Garküchen bringen einem doch zum Staunen.