Kategorie-Archiv: 13 Tajikistan

DSCN3122

Tajikistan (Pamir)

08-09-2013

Tajikistan (über Murghab, nach Kirgistan )

Von Khorog aus ging es nun stetig bergauf, den Pamir Highway entlang.

Vor dem ersten großen Pass, über 4250 m, ließen wir uns es nicht entgehen, in einem Hotel in Jelondi zu übernachten. Die Hotelanlage war sehr heruntergekommen. Doch das Bad, das von den Heißen Quellen im Dorf gespeist wird, wollten wir doch nutzen. Wenige Kilometer nach Jelondi war es vorbei mit der relativ guten Asphaltstraße. Die letzten 10 km bis zum Pass hatten wir eine grobe Schotterstraße.

Seit acht Tagen mit Durchfall geplagt, und mit merkbar dünner Luft, kämpfte ich mich schiebend, auf der Schotterstraße, den Pass hinauf.

Nun ging es über mehrere Tage auf einer um die 4000 m gelegenen Hochebene, auf einer asphaltierten Straße, weiter. Einzelne Chinesische LKW, die über den Pass nach Dushanbe fahren, stören kaum und fahren sehr rücksichtsvoll.

Die Gebirgslandschaft mit den kahlen Bergen, die weiten Hochebenen und zahlreichen Seitentälern sind schon sehr beeindruckend. Hier, in der Hochebene, fehlen nun die zahlreichen kleinen Dörfer mit Bäumen und Sträuchern, die bis auf 3600 m anzutreffen waren.

Dennoch sind auf den Hochebenen immer wieder einzelne Häuser und Jurten (Nomadenzelte) zu finden. Jaks und Ziegen weiden an den spärlichen Weiden entlang einzelner Bäche und ringen der Landschaft das letzte ab. Auf dem High Way liegen nur wenige Dörfer.

In Alichur hatte ich wieder einmal die Gelegenheit, bei einer Familie zu übernachten. Ich fragte einen 17 jährigen Jungen, der von einer Weide kam, ob ein Hotel und sonstiges im Ort zu finden sei. Er sagte ja, aber es sei selbstverständlich, dass ich bei seiner Familie übernachten kann. Ich sei herzlich eingeladen. Die Kinder hier lernen Englisch in der Schule und wir konnten uns einigermaßen Unterhalten. Meine Antwort auf seine Frage, was ich als Tourist an dieser Gegend hier so interessant finde, konnte er doch nicht ganz begreifen. Die tolle Gebirgslandschaft in dieser Höhenlage, die Natur und Stille, die Ruhe und der Zusammenhalt der Menschen hier, sind für ihn nichts besonderes und selbstverständlich. Ich nahm die Einladung an. Es ist immer wieder beeindruckend, wie Gastfreundlich die Menschen hier sind. Sie sind weitgehend Selbstversorger, führen ein einfaches Leben und übermitteln einen ruhigen und zufriedenen Eindruck. Gemeinsam wurde Abend gegessen und ich zeigte ihnen einige Bilder. Selbstverständlich gab es am nächsten Tag auch ein Frühstück. In Murghab, einem größeren Ort, übernachtete ich wieder in einem Hotel. Es gab meistens Strom und die Duschen und Toiletten waren im Haus.

Schon ungewohnt, da in den Hotels der kleineren Orte, meistens außerhalb mit einem Eimer oder sonstiger Vorrichtung geduscht wird. Auch die Toiletten sind meist weit abseits vom Haus zu finden. Strom gibt es, wenn überhaupt, nur für kurze Zeit von einem Stromaggregat.

Ab Murghab ist so gut wie kein Verkehrsaufkommen mehr auf der Straße. Den die Chinesischen LKW fahren von hier über eine andere Straße, direkt zur Grenze.

Kurz nach Murghab traf ich Andrea und Markus aus der Schweiz, mit denen ich schon einmal gemeinsam gefahren bin. Ich schloss mich ihnen an und nun ging es über mehrere Pässe nach Kirgistan. Der Höchste Pass mit 4665m war doch sehr beeindruckend. Machte mir aber doch sehr zu schaffen, da ich mittlerweile die letzten 14 Tage, immer wieder mit Durchfall geplagt war.

Kurz vor Kirgistan, übernachteten wir vor dem letzten Pass, bei über 4000 m Höhe in den Zelten. Nach dem Verzehr einer Fischkonserve, musste ich über Nacht, wieder ein mal, mehrmals bei

–6,5 ° aus dem Zelt.

Am Morgen vernichtete ich sicherheitshalber alle meine Konserven, die ich vorher mühsam die Pässe hoch geschleppt hatte. Sehr geschwächt überquerte ich am folgenden Tag, die am letzten Pass gelegene Grenze nach Kirgistan. Von da ging es zwar über 1000 Höhenmeter bergab, doch der starke Gegenwind und die schlechte Straße, nach Sari Tash, (Kirgistan), machte die Fahrt  erneut sehr beschwerlich.

DSCN2721

Tadjikistan (Khorog)

24-08-2013

Von Dushanbe fuhren wir nun Richtung Osten zur M41 In die bergige Gegend von Tajikistan. Die M41 ist zwar als Fernstraße eingezeichnet, aber mit unseren Straßen absolut nicht zu vergleichen. In den Höhenlagen sind nur teilweise geteert kurze Stellen, oder ansatzweise Teer zu erkennen. Dementsprechend holprig ist die Straße. An den vielen steil und tief abfallenden Schluchten ist sie weder breit, noch gesichert. Die sich durchkämpfenden LKW’s sind meist vom gleichen Type und in China gefertigt. Sie sind sehr robust und speziell für solch schlechte Straßen ausgelegt. So mancher Pkw bleibt mit aufgerissener Ölwanne auf der Strecke.

Vor Kalaikhum hatten wir unseren ersten größeren Pass, der bis auf 3250 m reichte. Wegen der eventuell noch vorhandenen Minen, unterließ ich es, auf den 50m höheren Gipfel zu steigen um die bessere Aussicht zu genießen. Vor einem Jahr hatte es hier noch einen Minenunfall gegeben. In einer sehr schönen Landschaft ging es nun wieder den Pass hinunter in die 2000 m tiefer liegende Stadt, Kalaikhum.

Kurz vor Kalaikhum wussten wir, warum in den letzten Tagen so wenig Verkehr auf der Straße war.

Eine Brücke über den reißenden Bergbach stürzte bei der Last eines LKW ein.

Wir transportierten dann teils bis zur Hüfte im Wasser, einzeln, unser Gepäck und Fahrrad, zum anderen Ufer. Nach dieser aufwendigen Aktion, erreichten wir am fünften Tag Kalaikhum, die Grenzstadt zu Afghanistan. Dort übernachteten wir in einem Hostel.

Am nächsten Tag fuhr ich mit Andrea und Markus aus der Schweiz und Sultan aus Rumänien, zur nächsten Stadt Khorog, die wir am dritten Tag, mittags erreichten.

Die Strecke führt an einem Fluss entlang, der Tatjikistan und Afghanistan trennt. Immer wieder sind zahlreiche kleine Dörfer, an kleinen Bergbächen gelegen, auf beiden Seiten, anzutreffen. Meistens sind sie schon von weitem, am Grün, in der kargen Landschaf erkennbar.

Nach vier Tagen Aufenthalt hier in Khorog bei 2000 m Höhe, werden wir nun über den Pamir Highway, nach Kirgistan fahren.

Tajikistan (Dushanbe)

12-08-2013
Immer noch in Dushanbe! Eigentlich wollten wir hier nur kurz bleiben und unsere Pässe abholen. Doch inzwischen bin ich schon, auf der suche nach einem Zahnarzt, einige Stadtviertel der Großstadt mit dem Rad abgefahren. Ich fand zwei Zahnärzte, doch am Sonntag  hatten auch sie geschlossen. Gleich am Montag früh, suchte ich die Zahnarztpraxis, Eurodent-tj, in der Rudaki Straße 135, auf.

Beim Essen, löste sich an einem Stockzahn ein Inlay. Dieses wollte ich nun hier in der Hauptstadt noch in Ordnung bringen lassen.
Wider erwarten, fand ich eine sehr modern eingerichtete große Praxis vor. Zwei Ärzte sprachen  zusätzlich deutsch, und der Chef hatte zwei Jahre in Deutschland studiert.
Da mein Inlay der Größe nach nicht mehr paßte, suchte ich mir von den drei vorgeschlagenen Materialien das Wertigste aus. Nach einer Stunde im Zahnarztsessel war mein Zahn wieder komplett.
Als ich nach der Rechnung fragte, sagte der Chef, ich soll mich erst einmal setzen.
Ich dachte, nah hoffentlich habe ich überhaupt soviel Bargeld einstecken.
Außerdem bekam ich noch ein eigenes, steril verpacktes, Bohrerset überreicht. Als Prophylaxe hier so üblich, um ansteckende Krankheiten vorzubeugen.
Nun kam der Chef, fragte mich noch über meine Radtour aus, und sagte dann, ich bekomme keine Rechnung.
Ich bin sein Gast in Tajikistan und brauche nichts zu bezahlen.
Total überrascht und fast sprachlos, bedankte ich mich herzlichst für die gute und schnelle Behandlung.
Nun hoffen wir, falls sich Sebastian wieder etwas von den Toiletten entfernen kann, am Dienstag weiter fahren zu können.

DSCN1986

Usbekistan – Tajikistan (von Samarkand nach Dushanbe)

10 August 2013

nach sechs Tagen in Samarkand, bin ich wieder froh, auf dem Rad zu sitzen. Nun fahren wir wieder zu zweit. Erst einmal durch Samarkand, auf sehr schlechten, holprigen Straßen, ging es nun stetig bergauf, bis wir den ersten Pass von 1550 m erreicht haben. Oben angekommen, gab es von den umliegenden Bauern, an zahlreichen Ständen, Trockenobst und Tee zu kaufen. Ich deckte mich reichlich mit dem hervoragenden Obst ein. Die nächsten fünf Tage, fuhren wir durch ein abwechslungsreiches bergiges Gebiet. Immer wieder entlang der Straße, sind in der sehr trockenen Gegend zahlreiche kleine Dörfer zu sehen. Am vierten Tag, erreichten wir eine Tiefebene, in der durch die Bewässerung, ein üppiges Grün, mit sehr hoher Luftfeuchtigkeit anzutreffen ist.

Am fünften Tag, erreichten wir die Grenze zu Tajikistan. Eine sehr heruntergekommene Anlage. Noch auf usbekischer Seite, wurden wir genauestens kontrolliert. Unsere Taschen, mußten durch das Röntgenband und unsere Fotoapparate und Laptops wurden auf nicht erlaubte Bilder überprüft. Schließlich liess man uns passieren.

Auf tajikischer Seite war die Einreise  problemlos und wirwurden sehr freundlich empfangen. Bis zur 60 km entfernten Hauptstadt Dushanbe, ging es erneut auf einer sehr schlechten Straße, durch eine landwirtschaftlich intensiv genutzten Gegend, stetig leicht bergauf. Am späten Nachmittag erreichten wir Dushanbe und fanden auch das Hostel, in dem Peter für uns einen Brief aus Deutschland hinterlegt hatte.
Endlich hatten wir auch unsere Pässe mit den China-Visa ist in den Händen. Für Peter, der uns 10 Tage voraus ist, war es nicht einfach, unsere Post ausfindig zu machen. Denn das Hauptpostamt in Dushanbe, in dem wir postlagernd versenden ließen, wurde abgerissen.
Noch einen Tag Ruhepause, dann werden wir Richtung Pamier aufbrechen.