Kategorie-Archiv: 20 Singapur

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Rückreise

11.05.2014

In Singapur verbrachten wir dann doch noch ein paar erholsame Tage und wir konnten uns von den Strapazen der letzten Tage  noch einigermaßen erholen. Nun war es soweit, der Tag der Rückreise ist angebrochen. Gemischte Gefühle. Ungute Gefühle. Immer wieder sortierte ich unnötige Sachen aus. Unser Gepäck für die Rückreise war einfach viel zu schwer. Ich konnte noch so oft auf einer  besorgten Waage wiegen, alles Unnötige aussortieren, wir kamen einfach nicht unter die 30 kg  Freigepäck pro Person, inklusiv Fahrrad. Ich  riskierte es dann einfach doch und hoffte, dass die Räder nicht gewogen werden. Mein Rad hatte 18 kg, Monika`s  11 kg, statt den erlaubten 10 kg pro Rad.

Am Abreisetag hatten wir dann genügend Zeit. Der Flug ging erst um 21Uhr20 abends und wir konnten dann in aller Ruhe mit den Rädern zum Flughafen fahren. Kurz vor dem Flughafengelände mussten wir allerdings auf eine Autobahnähnliche Straße. Ohne Zwischenfälle kamen wir bereits um 14 Uhr am Flughafen an und konnten die Räder und unser Gepäck flugtauglich machen. Ich umwickelte Alles mit Stretchfolie, die ich schon Tage vorher in Malaysia gekauft hatte. Um 18 Uhr konnten wir dann einchecken und Gottseidank wurden unsere Räder nicht gewogen sondern wie gehofft, mit 10 kg pro Rad berechnet.

Der Rückflug mit der Qatar AIR war angenehm. Von Singapur ging es ein Stück über Malysia und ich konnte, bereits im Dunkeln, noch die Städte, die wir mittlerweile gut kannten, Patrajaya und Kuala Lumpur, voll erleuchtet erkennen. Faszinierend war auch das Gewitter, das über den Genting Highlands tobte. Die in 3 Sekunden Takt aufleuchtenden Blitze von oben zu beobachten, ist schon phänomenal.

Nach einem achtstündigen Zwischenstopp am Flughafen in Doha ging es dann planmäßig weiter nach München.

Am Nachmittag, in München angekommen, hatten wir dann doch einige Probleme mit der Zeitumstellung von 7 Stunden. Monika musste ich nicht lange überzeugen, die letzten 150 km, mit dem Rad nach Hause zu fahren. Doch mit dem Fahrrad aus den Terminals zu kommen war  nicht ganz einfach. Als wir schon die zweite Runde in den Terminals drehten, dachte ich an die Irrfahrten in Malaysia. Unsere Flughafen-planer sind genau so unfähig, Radfahrer und Fußgänger zu berücksichtigen.

Als ich mein Glück rauszukommen bereits gegen die Fahrtrichtung versuchte, hielt uns ein Flughafenfahrzeug auf und wies mich darauf hin, dass wir verkehrt fahren. Ich antwortete ihm, ich wüsste das, aber nach meinen 2 Runden hier habe ich immer noch keinen Fahrradweg gefunden. Ich bat in höflich, mir bitte zu sagen, wie man mit den Fahrrädern,  ohne auf den nur für Autos zugelassen Straßen fahren zu müssen, herauskommen kann.

Er wurde sehr kleinlaut und musste eingestehen, mit dem Rad geht das nicht. Ich solle dann doch die nächste Straße, ein Stück gegen die Fahrtrichtung über einer Brücke fahren, dann müsste ein Radweg kommen. Ob dieser mich aber auf meine Richtung führt, konnte er nicht sicher sagen. Weit abseits vom Flughafen, fanden wir dann doch noch sehr gute Fahrradwege. Obwohl wir schönes Wetter hatten, war es mit den gewohnten extrem hohen Temperaturen nun vorbei. Wir übernachteten noch in Landshut und stellten fest, statt hohen Temperaturen gibt es hier hohe Preise.

Am 5.5.2014, bin ich  nach 14 Monaten und 20 567km, die ich durch 20 Länder auf dem Fahrrad zurückgelegt habe, wieder heil und ohne größere Probleme zu Hause angekommen. Ebenso Monika, die mich von Vietnam aus, mit 7000 km auf dem Fahrrad, bei teils brüllender Hitze, tapfer bis nach Hause begleitete.

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Singapur (Singapur)

Singapur, das 20. Land auf meiner Reise, habe ich nun am 30.04.2014, erreicht. Mit weit über 20 000 km auf meinem Fahrradkilometerzähler geht nun meine 14-monatige Tour durch Europa und Asien zu Ende.
Monika, die mich das letzte Stück begleitete, hat auch die stolze Strecke von 7 000 km mit ihrem Fahrrad zurückgelegt.
Einen Tag vor der geplanten Einreise nach Singapur, wurde es dann für uns noch einmal so richtig spannend. Wir mußten noch einmal nach Kuala Lumpur zurück.

Unseren Rückflug, aus Singapur, hatten wir bereits in Kuala Lumpur gebucht. Wir fuhren wieder an der Küste entlang über Port Dickson nach Melaka. Melaka, eine alte Hafenstadt, ist als Weltkulturerbe eingetragen. Aus den Kolonialzeiten haben Portugiesen, Holländer und Engländer ihre Spuren hinterlassen.
Dementsprechend gibt es auch Einiges zu sehen und jede Menge, vorwiegend asiatische Touristen, tummeln sich hier herum.
Der Verkehr an der Küstestraße hielt sich in Grenzen und man konnte entlang der vielen Oelpalmen relativ gut fahren.
Immer wieder sind kleine, sehr gepflegte und nette Häuser entlang der Straßen zu bewundern. Die Leute hier im Süden scheinen doch wohlhabender zu sein.

Auch die Städte Muar und Batu Pahat haben uns mit ihren alten Häuserzeilen, so um 1920 erbaut, besser gefallen als Melaka. Vor allem waren diese Städte nicht mit Touristen überlaufen.

Am Nachmittag, einen Tag bevor wir nach Singapur einreisen wollten, wurde Monika ihrer Gürteltasche beraubt. Und das während des Radfahrens. Ihr wurde von einem jugendlichen Malayen, der von hinten mit dem Moped kam, die Handtasche vom Körper gerissen.
Er wendete und weg war er. Er erwischte zwar nur umgerechnet einen Euro Bargeld aber Handy, Fotoapparat, Modeschmuck, Kreditkarte, Reisepass und Kleinigkeiten waren weg.
Nun ging das Telefonieren los. Die Kreditkarte sperren. Die Polizei rufen. Sie erstellte ein Protokoll und half uns auch weiter. Sie fuhren uns auch noch zu einem Hotel. Die deutsche Botschaft anrufen, einen Ersatzreisepass beantragen.
Das Wochenende stand vor der Tür und uns war klar, wir können frühestens Montag etwas erreichen.
Es ging uns Einiges durch denn Kopf. Schaffen wir es, rechtzeitig in Singapur zu sein? Müssen wir den Flug umbuchen? Ausserdem die Zeitverschiebung zu Deutschland. Bestätigt die Heimatstadt rechtzeitig die Passdaten? Und wir müssen wieder zurück nach Kuala Lumpur, zur Botschaft. Und dann muss noch der Einreisenachweis nachgeholt werden und das geht nur in Putrajaya.
Wir waren ganz schön gereizt und fuhren dann nächsten Tag mit unseren Rädern noch bis kurz vor die Grenze nach Singapur.
Beruhigten uns über das Wochenende und bestellten für Dienstag zu einem Festpreis ein Taxi, das uns wieder nach Kuala Lumpur und anschließend über Putrajaya, zurück bringen soll.

Am Dienstag waren wir dann auch pünktlich bei der Botschaft. Hatten nach einer guten halben Stunde den Ersatzreisepass und fuhren dann weiter nach Putrajaya.
Doch über das Emigration Departement, das nur die Einreise im Pass zu bestätigen hatte, könnte man ein eigenes Buch schreiben.
Etwa 100 Beamte auf 4 Etagen verteilt mit etwa 1000 wartenden Leuten. Man kommt zwar schnell an die Reihe, bis man allerdings bei jedem, der etwas zu sagen hat, durch ist und jeder wieder seine eigenen Kopien hat, die man zwischendurch in den verschiedenen Stockwerken besorgen muss, vergehen dann doch Stunden. Nun ja, nach 6 Stunden und kurz vor Dienstschluß hatten wir dann das Permit.

Was ich und mit Sicherheit auch die täglich wartenden Menschen über das Emigration Departement denken, schreibe ich lieber nicht.

Gleich nächsten Tag, früh morgens, verließen wir sofort Malaysia und reisten in Singapur ein.

Singapur ist schon eine Klasse für sich. Große Straßen und manchmal sogar gut ausgebaute Radwege sind vorhanden. Obwohl in den Aussenbereichen auf den Autobahnähnlichen Straßen mehr Müll rum liegt als in Malaysia, ist die Innenstadt dagegen sehr sauber.
Auch die Gehwege, Bushaltestellen, Treppen, eigentlich Alles, ist aus sehr wertigem Material und sauber verarbeitet.
Die riesigen Einkaufspaläste, die Wolkenkratzer, die Restaurants und zwischendrin auch günstige und große Garküchen bringen einem doch zum Staunen.