Kategorie-Archiv: 08 Türkei

letzt große Pass in der Türkei

Fazit Türkei

30 Juni 2013 tr

Von Bulgarien kommend, bereisten wir die Türkei, von West nach Ost. Zwei Monate, nahmen wir uns Zeit, um das Land des Vorderen Orients, die Marmararegion, Zentralanatolien und Ostanatolien kennen zu lernen. Am 24 Juni, verliessen wir die Türkei und fuhren über die Grenze nach Georgien. Der ursprüngliche Plan, über den Iran zu reisen, klappte nicht. Die vor sieben Wochen beantragte Visum-Authorization-Nummer, die für ein Visa erforderlich ist, wurde von der iranischen Regierung dermaßen verzögert, dass unser Zeitplan nicht zu halten war.

Die Türkei, erlebte ich als ein Land, in dem die Gastfreundschaft sehr groß geschrieben wurde. Zahlreiche spontane Einladungen, sei es zum Cay, zum Essen, oder sogar zum Übernachten, verkürzten oft unsere Etappenziele.
Eine herzliche Begrüßung, spontane Geschenke, wie eine Flasche Wasser, einen Schokoriegel, Obst und Gemüse, überraschten uns tagtäglich.
Das Land, bietet viele, landschaftliche Kontraste, aufregende Metropolen – insbesondere Istanbul – und überaus reizvolle klimatische Gegensätze. Beeindruckend, sind auch die vielen, sehr ausgeprägten Hochplateaus. Deren Vegetation und die verschiedenen Landschaftsbilder, faszinieren immer wieder auf‘s Neue.

Die mit dem Fahrrad zurückgelegten 2500 km, in der Türkei, waren ein echtes Erlebnis.
Die zahllosen, über das ganze Land verteilten, teils gut angelegten, öffentlichen Wasserstellen, wurden von uns sehr geschätzt. Auch an allen Moscheen sind Wasserstellen und Toiletten zu finden.
Negativ aufgefallen ist, vor allem in den Metropolen, dass Fußgänger und Radfahrer, als Verkehrsteilnehmer nicht akzeptiert werden. Es wird ständig versucht, diese von der Straße zu hupen.
Auf den gut ausgebauten Landstraßen hingegen, wird doch ausreichend Abstand gehalten. Gewöhnungsbedürftig ist vor allem, dass man sehr oft, auch vom Gegenverkehr, mit der Hupe gegrüßt wird.
In den zwei Monaten, die wir in der Türkei verbrachten, hatten wir sonniges Wetter, mit hohen Temperaturen. In den Hochlagen von Ostanatolien, herrschten dann doch, angenehmere Temperaturen. Jedoch zwangen uns dann einige Gewitterschauer, zu ungeplanten Pausen.
Fleischlose Kost, in der Türkei zu bekommen, ist nicht ganz einfach. In den den vielen Garküchen, findet man mitunter doch einige Fleischlose Gerichte.
Obwohl wir einiges, nicht mehr benötigtes, Gepäck nach Deutschland schickten, hatte mein Fahrrad um 1 kg an Gewicht zugenommen. Meine Gewichtszunahmen vieldeutlich höher aus. Wie genau eine türkische Postwaage mißt, kann ich nicht beurteilen.

Die Türkei hat mir sehr gut gefallen und ist vor allem mit dem Fahrrad, eine Reise wert.

CIMG9144

Türkei (Ostanatolien)

11 Juni 2013 tr

Die Bundesstraße D 300, ist ideal zum Radfahren mit wenig Verkehr und schöner Landschaft.
Auch interessant, in einer Höhe zwischen 1800 und 1900 m, hatten Imker noch zahlreiche Bienenkästen aufgestellt.
Die letzte Woche, zogen meist nachmittags Gewitter auf. Trotz Sonne ist es vormittags in diesen Höhen sehr frisch. Doch die Höhenunterschiede knapp unter 1000 m und dann wieder bis über 2000 m, brachten uns enorm zum schwitzen.
Nach jedem Paß, ändert sich die Landschaft merklich. Die Berge, baumlos und sehr kahl, die Täler, in denen meist Wasser fließt, ein üppiges Grün, mit großen Bäumen. Alles in allem ein tolles Landschaftsbild.
Weiträumig um Malatya, ist ein riesiges sehr bekanntes Aprikosen-Anbaugebiet. Schier endlose Aprikosenbäume, entlang der Täler und Berghänge, bilden ein abwechslungsreiches Grün.
An den zahlreichen Straßenständen sind alle möglichen Aprikosen Produkte zu finden.
Die ersten reifen Aprikosen habe ich bereits gekostet.
Unsere nächste Etappe geht nun über Pässe von über 2000 m, nach Erzurum und Kars.

CIMG8829-001

Türkei (Kappadokien)

02 Juni 2013 tr

Nun haben wir Kappadokien erreicht. Das Landschaftsbild hat sich wieder geändert. Tagsüber ist es auch in den Höhen von über 1000 m, immer noch sehr heiß. Die Nächte hingegen sind angenehm bei 14 °C.
Wir haben uns in Uçhisar, zwischen Nevşehir und Göreme, in einer Pension einquartiert. Diese Gegend ist ein bekanntes Ausflugsziel. Wir werden uns drei Tage hier aufhalten. Sebastian hat die vielen Sehenswürdigkeiten noch nicht gesehen und ich hoffe, ihm reicht die Zeit, um genügend zu Fotografieren. Ich war schon einmal hier, werde die Tage zur Erholung nutzen und noch kleine Änderungen an meinem neuen Rad vornehmen.
Das UNESCO-Weltkultur- und Naturerbe Göreme-Kappadokien liegt im Zentrum eines Gebietes ehemals intensiver, vulkanischer Tätigkeit, die das heutige Landschaftsbild entscheidend prägte.
CIMG0011

Türkei (neues Rad)

30 Mai 2013 tr

Es hat geklappt, noch am Abend des 30. Mai,  um 18 Uhr, konnte ich mit meinem neuen Rad wieder fahren.
Früh morgens lieferte ich das alte Rad ab. Meine wertigeren Teile wie Laufräder, Lenker, Schaltung und Bremssystem verwendete ich weiter. Auch meine robusten Gepäckträger bauten wir an das neue Rad. Meine Federgabel paßte leider nicht. Ich muß mich nun daran gewöhnen, komplett ungefedert zu fahren.
Am Vormittag lieh ich mir noch ein Fahrrad aus, um noch zur Botschaft zu fahren. Diesmal bekamen wir auch das Visa. für Kasachstan in den Reisepass.
Noch am Abend verliessenwir Ankara, Richtung Kappadokienund fuhren auf einer gut ausgebauten Straße in die Nacht hinein.
CIMG8610

Türkei (Ankara)

29 Mai 2013 tr
Vom Izniksee aus, setzen wir unseren Weg Richtung Osten nach Ankara fort. Etliche Kilometer ziehen sich die unzähligen Olivenbäume bis in die höheren Regionen. Zwischendurch stoppten uns zahlreiche Maulbeerbäume an den Wegrändern. Die  Früchte momentan reif und süß,schmecken vom Baum am besten. Ich bevorzuge lieber die Blauen als die Weißen.
Um nicht unhöflich zu wirken, mußten wir zahlreiche ungeplante Pausen einlegen. Sei es an Obstständen von Straßenverkäufern, bei Bauern, die an den unzähligen Kirschbäumen Kirschen ernteten, an Tankstellen, in den Dörfern bei Teestuben.
Viele winkten uns schon vom weitem  und luden uns herzlich ein, etwas zu kosten und zu trinken. Zwar immer wieder die gleichen Fragen, aber immer tolle, nette, Begegnungen.
Je weiter wir nach Zentralanatolien vorrücken und die Marmararegion verlassen, wird in der höheren Region, die Landschaft immer trockener und bizarrer. Die Wasserstellen an den Wegrändern werden seltener.
An der Strecke von Iznik bis Nallihan, ist fast kein Verkehrsaufkommen und es ist für mich eine absolut sehenswerte Landschaft. Von Nallihan aus, führt eine gut ausgebaute Straße wieder durch eine sehenswerte Landschaft über zwei Pässe nach Ankara.
Leider mußten wir die etwa zweihundert Kilometer mit dem Bus zurücklegen.
Vor Nallihan ist mir der Rahmen vom Fahrrad gebrochen.
Bergab, bei etwas erhöhter Geschwindigkeit, übersah ich ein Schlagloch mitten auf der Straße. Als es mich wieder in den Sattel drückte, brach der Rahmen. Ich bremste langsam ab, bemerkte aber, dass ich etwas tiefer sitze. Als ich zum Stehen kam sah ich den Riß und das gebogene Rahmenrohr.
Mein Pech, ich konnte zwar das Rad mit dem Gepäck noch schieben, aber zur nächsten Ortschaft Nallihan sind es noch 30 Kilometer. Nach etlichen Kilometern kam endlich das erste Fahrzeug, ein LKW. Ich winkte ihm zum Anhalten, er stoppte und nahm mich auch prompt mit.
In Nallihan lies er mich an einer Werkstatt aussteigen. Die Werkstatt konnte mir leider nicht weiterhelfen.
Ein Rentner, der vor 16 Jahren in Deutschland bei Blaupunkt gearbeitet hatte, half mir weiter.
Er lieh sich einen Pritschenwagen aus, und wir fuhren von einer Werksatt zur anderen, bis wir einen Meister fanden, der Aluminium schweißen konnte.
Der schweißte meinen Rahmen und richtete das verbogene Rohr wieder aus. Anschließend lies er noch einen Cay bringen und ich bezahlte die Rechnung von 30 TL.
Auf die Frage an den Rentner, was ich Ihm schuldig bin, seine Antwort: „Er ist da, um anderen zu helfen“
Ich konnte also wieder weiterfahren. Die Schweißnaht hält zwar mit Sicherheit, doch das etwas verbogene Rohr, dass auch geschweißt wurde,  hält vermutlich die schwere Last, der vielen, noch zu fahrenden Kilometern nicht stand.
Es war bereits spät, und wir beschlossen in Nallihan zu Zelten, und nächsten Tag mit dem Bus nach Ankara zu fahren.
Dort hatten wir einen geeigneten Fahrradhändler ausfindig gemacht, um ein neues Rad zu kaufen.
In Ankara angekommen, machten wir uns auf den Weg, zu einem Hostel, dass uns Peter, der zwei Tage voraus gefahren ist, uns empfahl. Leider war seine Wegbeschreibung sehr ungenau, das Hostel befinde  sich südöstlich vom Hauptbahnhof. Nach mehrmaligen Fragen, fanden wir es doch.
Heute fuhren wir dann mit den Rädern zur 12 Kilometer entfernten kasachischen Botschaft, die 320m höher, bei 1250m liegt.
Leider war die Öffnungszeit vorbei. Anschließend habe ich mir bei dem Fahrradhändler ein neues Rad mit stabilem Rahmen ausgesucht. Dieses werden wir morgen umbauen und meine wertigeren Teile anbauen.
P1010308-e1368804083841

Türkei (Istanbul)

17 Mai 2013 tr
Seit 28.04.13, sind wir nun in Istanbul. Am 5.5.13, wechselten wir in ein anderes Hotel. Für mich am meisten an Istanbul beeindruckend, sind die zahlreichen Geschäfte, Straßenhändler und Basare. Jeder, so scheint es, versucht hier irgend etwas an den Mann zu bringen. Kleine Kinder versuchen mit dem Verkauf von Tempotaschentüchern, sich die eine oder andere „Türkische Lira„ zu verdienen.
Zahlreiche kleine Lebensmittelhändler sind über der ganzen Stadt verteilt. Unzählige, fahrende Händler, sind in den Gassen und Straßen anzutreffen. Verkauft wird von Simis (Bretzen), Obst, Melonen, Nüsse, Getränke, Süßigkeiten, Orangen oder Granatapfelsaft (5 TL), Wasser, so gut wie alles.
Jeder ist spezialisiert auf ein Produkt. Bekleidungsgeschäfte von klein bis groß, sind über der ganzen Stadt sehr zahlreich verteilt. Sucht man allerdings ein bestimmtes Produkt, zum Beispiel: Elektrogeräte, Fotoapparate, Fahrradgeschäfte oder einen Schneider, sucht man meistens vergeblich. Die zahlreichen Geschäfte einer Branche sind in der Regel nur in einem bestimmten Bezirk zu finden. Dann allerdings, Geschäft an Geschäft mit einer riesen Auswahl.

Der Verkehr in den Gassen ist besonders interessant. Radfahrer werden den Fußgängern zugeordnet und Fußgänger haben aus Sicht des Autofahrers, so scheint es, auf der Straße nichts zu suchen, und werden fortwährend angehupt. Zebrastreifen sind hier zwar zahlreich vorhanden, doch es ist ratsam, diese nur bei einer genügend großen Verkehrslücke zu nutzen.
Interessant sind die engen Gassen und Kreuzungen. Obwohl bereits sich alles staut, wird munter drauflos gefahren.
Dann fangen die Hinteren an, zu hupen, obwohl zu sehen ist, dass die Vorderen nicht fahren können. Dieses Gehupe setzt sich dann kontinuierlich bis zur Kreuzung fort. Erst mal achselzuckend sitzen sich die Fahrer gegenüber, bis dann alle irgendwie solange rangieren, bis man einander vorbeikommt. Jeder Fußgänger auf der Fahrbahn, wen nötig auch am Bürgersteig, wird angehupt und es ist ratsam, zu reagieren.
Doch irgendwie hat sich diese Fahrweise hier bewährt. Unfälle habe ich keine gesehen. Ich habe den Eindruck bekommen, das wichtigste Teil an einem Auto, für den Türken, ist die Hupe.

Unübersehbar und auch unüberhörbar, sind die zahlreichen Moscheen. An jedem Minarett sind zahlreiche Lautsprecher angebracht. Zu den Gebetszeiten, wenn der Muezzin ruft, dröhnt es von allen Richtungen.
Betreten darf man die Moscheen nur ohne Schuhe und mit entsprechender Bekleidung. In großen Moscheen wird bei Touristen für Frauen ein Kopftuch und für beinlose Bekleidung ein Rock zur Verfügung gestellt.

Alles in allem ist Istanbul eine sehenswerte Stadt, mit zahlreichen bekannten und unbekannten Sehenswürdigkeiten. Viele Hotels in allen Preisklassen laden dazu ein.

Unser Aufenthalt in Istanbul ist nun wesentlich länger als geplant. Wir warten immer noch auf ein Paket. Das erste „Premium“ Paket, kam nun nach 16 Tagen Laufzeit endlich bei uns an.
Was daran „Premium“ sein soll, ist mir schleierhaft.

Die Wartezeit nutzten wir inzwischen, um die Visa Anträge vorzubereiten und auf den Weg zu bringen.
Das Visa für Tajikistan, haben wir heute erhalten.

Wir überlegen nun, ob wir nicht weiterfahren, und bei eintreffen des zweiten Paketes, mit den Bus zurückzufahren und es abholen.

Bosporus, im Hintergrund die Bosporusbrücke

Türkei ( Istanbul )

29 April 2013 Türkei
Eindrücke in Bildern aus der Großsadt Istanbul.


Ausflug zu der Insel Heybeli, eine der neun Inseln im Marmarameer. Sie heissen bei den Ausländern Prinzeninseln, sie dienten in byzantinischer Zeit als Verbannungsort von unliebsamen Prinzen und Prinzessinen.

Kirklareli Pressefoto

Türkei ( europäischer Teil)

26 April 2013 Türkei

Über den Grenzübergang bei Malko Tornovo, reisten wir in den europäischen Teil der Türkei (Ostthrakien) ein. Eine neue und großzügige, vierspurige Straße führte uns in die Hauptstadt Kırklareli ( über 66 000 Einwohner). Dort kaum angekommen, interessierte sich die örtliche Presse für uns.                                                        Pressefoto Kirklareli
in Kirklareli Pressefoto
Kırklareli, ist eine Provinz, die sich auf der Balkanhalbinsel erstreckt und gehört damit zu der geographischen und historischen Region Thrakien.
Unser Weg, führte über ein hügeliges, weitläufiges und dünn besiedeltes landwirtschaftlich genutztes Land, über Vice, zu dem Ferienort Kıyıköy. Zur Schwarzmeerküste hin ist die Provinz Kırklareli dicht bewaldet.


Von Kıyıköy aus, fuhren wir erneut ins Landesinnere nach Saray, und von dort parallel zur Küste bis nach Istanbul. Schweißtreibend, bezwangen wir mittlerweile, bei sommerlichen Temperaturen und wolkenlosen Himmel, Hügel um Hügel, der waldreichen Gegend.
Am 28.04.13 kamen wir, bei mittlerweile, über 3000 km zurückgelegter Strecke in Istanbul an.